»Invisible Design«, Lucius Burckhardt, Gedanken zu seinem Text

Lucius Burckhardt durchläuft verschiedene Szenarien, über Systeme, Einrichtungen, Gebäude und Objekte, um Prozesse und Ziele im Design zu beschreiben. Dabei geht er vor allem auf externe Parameter ein, welche die Funktionalität eines Systems bestimmen. In der Vielfalt der Objekte und Systeme die uns umgeben gibt es eine Klassifikation, in der sich auch „die gute Form“ heraus kristalisiert. Das Phänomen der Klassifizierung bildet den Impuls des Designs, denn dadurch entsteht der Wille die weniger funktionierenden oder neue Objekte von den anderen abzuheben. Wo Differenzierung statt findet fehlt das betrachten von Dingen als großes Ganzes. Eine besondere Art der Differenzierung, die das Große Ganze mit einbezieht ist im Design von Nöten.

Innerhalb von Institutionen gibt es existierende unsichtbare Struckturen, die nicht benannt oder als solche beschrieben werden. Design optimiert diese, indem es diese definiert und oder existierende Parameter revolutioniert. (Bsp.: interperonal relationships, Arbeitsteilung und Rollenverteilung). Dabei ist es wichtig bei Auftauchen eines Problems nicht nur die Symptome zu optimieren, sondern den Ursprung durch Design zu beheben.

Im Design findet stetig in jedem Gebiet- und auch in Objektbeobachtungen Neuerfindung statt. Auch geht es darum Unbewusstes bewusst zu machen. Beispielsweise gibt es viele Dinge die man einfach macht, ohne sich darüber bewusst zu werden. Auch hier nimmt Design wieder eine Position des Definierens ein.

Innerhalb eines Designs gibt es oft Vorangegangene Faktoren, die unsichtbar als bekannt vorausgesetzt sind und auf denen ein Design aufbaut. Phasen im Design sind Ausgangspunkt, Planung, Produktion, Konsum. Das dies setzt Objektives oder auch Funktionalität voraus. Eine interessante These von Burckhardt ist, dass Ästhetik ein Resultat der Funktionalität sei. Bei der Entwicklung eines Objekts ist die vorausschauend ermittelte Interaktion des Konsumenten mit dem Objekt entscheidend für den Designprozess.

Burckhardt spricht von einer „counter-productivity“ wenn einzelne Phänomene isoliert werden. Dies könnte beispielsweise bei einer Stück-für-Stück-Verbesserung der Fall sein, wenn der Blick fürs große Ganze verloren geht. Im Design-prozess, wo Struckturen und Systeme optimiert werden wird bei Dienstleistungsdesign beispielsweise die Arbeitsund die Ablaufsorganisation optimiert. Auch hier ist es wieder wichtig Probleme oder mögliche Schwierigkeiten zu benennen und zu beheben, auch wenn diese unsichtbar erscheinen, da sie keinen materiellen Charakter haben.

Erste Formanalysen und somit Funktionsanalysen fanden geschichtlich gesehen in Ulm, in der Bauhausbewegung statt (form follows funktion). Eine Ikonisierung hingegen führt nach Burckhardt eine Wertlosigkeit mit sich, wenn dabei die Funktionalität oder auch soziologische Aspekte in den Hintergrund treten.

Im Konsum gibt es „hidden persuaders“, die den Käufer durch unsichtbare Reize wie zum Beispiel Funktionalität oder Zielgruppenentsprechung überzeugen. In Hinblick auf Gebrauch und Verbrauch kann eine Art Isolation durch die Alleinstellung von Produkten geschehen. Nimmt man das Auto als Beispiel, so ist dies dast schon ein „uncompetitive mass transit system“. Das führt Burckhardt wieder zu der These dass es bei Problemen allein nicht hilft die Symptome zu korrigieren, sondern dass die Ursache erkannt werden muss.

Letztendlich macht Burckhardt mit all seinen Ausführungen seiner Beispiele die Existenz der unsichtbaren Systeme in Objekten und zwischenmenschlichen Beziehungen sichtbar.

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